Fortbildungen


Begleitung sterbender Menschen mit einer Demenz

Menschen mit einer Demenz in der letzten Lebensphase zu begleiten, bedeutet mit ihnen auf der Ebene der Emotionen und ihrer Erinnerungen in Kontakt zu kommen. Diese sind die Schlüssel zu ihnen und die Grundlage einer einfühlsamen, wertschätzenden und Kommunikation in Beachtung der Sehnsucht nach Sicherheit und Orientierung.

Je weiter die demenzielle Veränderung vorangeschritten ist, umso mehr verhält sich der alte Mensch gemäß früheren Verhaltensweisen. Manchmal ist es noch möglich eine Tür zu öffnen, dann gibt es Begleitsituationen, in denen es darum geht, verlässlich „da zu sein".

Themen:

Ursachen/ Formen der Demenz

Stadien/ Verlauf (Erinnerungsbibliothek)

Die Welt der Erinnerungen                                                     Termin: 21.02.2022 von 18 Uhr bis 21 Uhr

Validation

Verbale Kommunikation

Non-verbale Kommunikation

Bedeutung für die Angehörigen

Bedeutung für die Begleitperson

 

Referentin: Ursula Hampe   


Notfallseelsorge - Erste Hilfe für die Seele

Von Einsätzen der Notfallseelsorge ist öffentlich meist nur kurz im Zusammenhang mit großen Katastrophen (vor allem der Love-Parade in Duisburg), Unglücken (German-Wings-Absturz), Amokläufen (in Schulen) oder Attentaten/terroristischen Anschlägen (Hanau/Berlin-Breitscheidt-Platz) die Rede.

Die meisten Einsätze der überwiegend ehrenamtlich tätigen Kollegen*innen in den vielen, (noch) unterschiedlich ausgeprägten Systemen der Notfallseelsorge in Deutschland kommen bei den viel zahlreicheren, „kleinen“ Katastrophen im privaten und familiären Umfeld zum Tragen.

Im Vortrag mit anschließender Gesprächsmöglichkeit werden kurz das System der Notfallseelsorge und seine Entwicklung - auch hier vor Ort - dargestellt, über die verschiedenen Einsatz-Indikationen (also in welchen Fällen die Notfallseelsorge „dran“ ist und in welchen auch nicht), das Anforderungsprofil an die und die Ausbildung der Ehrenamtlichen sowie über Einsatzabläufe und Verfahren informiert.

 

Zum Abschluss sind für Sie sicher Fragen zu Unterschieden/Abgrenzungen wie Schnittstellen zur Trauer- und Hospizarbeit von Interesse.

 

Referent: Michael Fallenstein

 

Termin: 21.03.2022 von 17 Uhr bis 19 Uhr

 

 


Philosophisches Café

Die klassische Form von Themen besteht in der "Was ist"-Frage: Was ist Liebe? Was ist Hoffnung? Was ist Menschenwürde? Was ist Mut? Was ist Trauer? Was ist Krankheit? Was ist der Tod? Was ist Selbstbestimmung? Was ist der Sinn des Lebens?

Was ansonsten wichtig ist:

Ein Philosophisches Café ist kein Seminar und kein Vortrag, sondern eine lockere Veranstaltung (bei Kaffee, Tee und Kuchen/Gebäck), in der man aus philosophischer Sicht eine bestimmte Frage bespricht. Den wesentlichen Anteil macht also das gemeinsame, moderierte Gespräch aus. Die Rolle des Moderators besteht neben der Einführung in die Thematik darin, zu einen darauf zu achten, dass das Gespräch die philosophische Perspektive behält, und zum anderen, wo es sich anbietet Impulse aus der Philosophie einfließen zu lassen (Was sagt Platon, Locke, Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Wittgenstein oder Habermas zu unserer Thematik?). Zu Beginn des Gespräches stehen einige Zitate von Philosophen, die unterschiedliche Gesichtspunkte der Frage beleuchten und die als Ausgangspunkt für das Gespräch geeignet sind.

 

Referent: Peter Wirtz

Termin: 30.04.2022 von 15 Uhr bis 17 Uhr


Einführung in die Akzeptanz-und Commitment Therapie (ACT)

23./24.01.2021

Einführung in ACT - Akzeptanz- und Kommitment-Therapie

„Annehmen was ist – ändern, was zählt“

 

Die meisten beraterischen Ansätze sind darauf ausgerichtet, dass der Schmerz oder das Leid weggeht. ACT hingegen richtet die Aufmerksamkeit auf Akzeptanz und bezieht zugleich Werte und an ihnen orientiertes Handeln mit ein. Es geht darum, flexibler zu werden in den eigenen Sichtweisen, den Strategien im Umgang mit Schmerz, Leid und Stress.

Die Akzeptanz- und Kommitment-Therapie sieht das Annehmen dessen was "ist", mit allen schmerzhaften Teilen, als eine von mehreren klinisch erprobten Fertigkeiten an. Sie kann helfen, mit Stress und Belastung anders umzugehen und sich nicht vom Leid des Lebens abhalten zu lassen. Sie betont in vielen erlebnisorientierten Zugängen die Kostbarkeit des jetzigen Augenblicks. ACT hinterfragt, was bei einem Konflikt oder bei einer Aufgabe wichtig ist und wie sich das in dem jeweiligen Kontext in konkretes Handeln übersetzen lässt. Dabei spielen neben den Begegnungen in der Gruppe auch die Zuwendung zum Körper und verschiedene Formen der Meditation eine Rolle.

 

Für weitere Informationen: https://www.act-mindful.space/seminare/2020/act-freiburg


Oasentag

Pastor Ulrich Bauer, Eva Maria Fuchs
Pastor Ulrich Bauer, Eva Maria Fuchs

19.09.2020

Leben mit allen Sinnen – sinnlich leben

Ein Oasentag des Ökumenischen Hospiz Emmaus

 

Vielleicht ein ungewöhnliches Thema für einen Oasentag zu dem das Hospiz Ehrenamtliche und Gäste aus den Gemeinden eingeladen hatte.

Das herrliche Wetter am 19. September war eine besonders sinnliche Unterstützung.

 

Es ging tatsächlich um Sinnlichkeit, sich bewusst den Sinnen zu öffnen, die wir oft nicht mehr wahrnehmen.

In einem Einleitungstext hieß es:

Sinnlichkeit in der Welt –

Wo finde ich sie?

Der kreischende Lärm erschlägt die leisen Töne.

. . . .

Wie kann ich da bei Sinnen sein?

Wie kann ich da sinnlich sein?

. . . .

Wenn du von Sinnen bist,

dann entdecke sie neu wecke sie auf:

Leben mit allen Sinnen. Ursula Klauke/Norbert Brockmann, Angedacht, S.114

 

Alle Sinne spüren: zehn Minuten hören und aufschreiben, welche Geräusche wahrgenommen werden – unterschiedliche, selbst bei denen, die zusammen draußen waren; Sehen: welche kleinen Veränderungen jemand an sich vorgenommen hat: eine Halskette abnehmen oder die Brille abnehmen; Fühlen: in einem Kasten bei geschlossen Augen Dinge erspüren: einen Stein, Stoff, Schmirgelpapier...Schmecken: ein Stück Obst, Wein oder Salz usw.; Riechen: ganz zeitgemäß Desinfektionsmittel, Kaffee oder Duftöl usw.

 

Überraschungen gab es, als man lesen konnte, wie die Bibel alle Sinne anspricht; ob es Jesus bei manchen Wunderheilungen ist oder im AT in „Das Hohelied“, das Suchen und die Sehnsucht eines jungen Liebespaares beschrieben wird. Zwar kannten viele den Satz: „Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz“. Aber dass das auch in der Bibel steht war doch unerwartet:

1.1 Das Hohelied Salomos.

2 Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. /

Süßer als Wein ist deine Liebe.

4.1 Schön bist du, meine Freundin, /

3 Rote Bänder sind deine Lippen; /

lieblich ist dein Mund

4 Wie der Turm Davids ist dein Hals, /

5 Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, /

wie die Zwillinge einer Gazelle, /

die in den Lilien weiden.

7 Alles an dir ist schön, meine Freundin; /

9 Verzaubert hast du mich, /

meine Schwester Braut; /

5.8 Ich beschwöre euch, Jerusalems Töchter: /

Wenn ihr meinen Geliebten findet, sagt ihm, /

ich bin krank vor Liebe.

8.6 Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, /

wie ein Siegel an deinen Arm! Stark wie der Tod ist die Liebe. /

 

Im abschließenden Gottesdienst wurden noch einmal die Sinne angesprochen: Gemeinschaft um den Altar erleben, von dem der Weihrauch aufstieg, oder in einer Meditation nachempfinden, wie in einem Tageablauf unsere Sinne angesprochen werden, ob es die Kühle auf der Haut beim Aufwachen ist oder der letzte Kuss am Abend bevor man sich dem Lieben Gott überlässt.

 

Immer wieder wurde der Tag und auch der Gottesdienst mit Tänzen bereichert.

 

Eine Rückmeldung hieß: Das war im wahrsten Sinn ein OASEN-Tag.

 

Elf TeilnehmerInnen haben den Tag genossen, den Pastoralrefentin Claudia Buskotte, Ehe- und Familienberaterin Anne Hoffmann und Pastor Ulrich Bauer vorbereitet hatten.

(Ulrich Bauer)