Große Freude über die Großherzigkeit der Taubenväter herrscht bei den vielen Organisationen, die Schecks für ihre Arbeit überreicht bekommen.

Foto: Stefan Scherer

Große Freude über die Großherzigkeit der Taubenväter herrscht bei den vielen Organisationen, die Schecks für ihre Arbeit überreicht bekommen. 

In einem der bekanntesten Weihnachtslieder überhaupt kommt alle Jahre wieder das Christuskind, und ebenso in jedem Jahr beschenken die Taubenväter bedürftige Menschen, indem sie in der Adventszeit ihre Spenden im Festsaal des Dorfs am Hagebölling ausschütten. Die Veranstaltung hat sich über die Jahre eingespielt – ein fast gleiches Programm, ähnliche Gäste. Doch in diesem Jahr sah man die Mitglieder des Vereins „Menschen helfen Menschen“ mit einem besonders breiten Grinsen. Denn: Mit 50 297,70 Euro haben die Taubenväter so viel Geld ausgeschüttet wie niemals zuvor in ihrer 31-jährigen Geschichte.

Der 2. Vorsitzende Dieter Riebel, der die Gala moderierte, erinnert sich: „Nur einmal beim Elbhochwasser, als wir eine Sondersammlung hatten, sind wir in der Jahresendabrechnung auf eine derart gigantische Summe gekommen.“ Normalerweise verteilen die Taubenväter in der Adventszeit zwischen 30 000 und 40 000 Euro.

Da war es auch für den 1. Vorsitzenden Uwe Kraftscheck eine Freude, die vielen Gäste im rappelvollen Festsaal zu begrüßen und noch einmal die Aktionen des noch wenige Wochen laufenden Jahres Revue passieren zu lassen. Stadionlauf, Sommerfest, Ü-30-Party und die Präsenz auf dem Martinsmarkt sind nur einige Veranstaltungen, die die Taubenväter initiierten oder bei denen sie in der Stadt für die gute Sache unterwegs waren. „Ich bin immer wieder aufs Neue davon beeindruckt, wie groß das Vertrauen der Gevelsberger in uns ist“, sagte er und bedankte sich dafür, wie viele Leute den Verein „Menschen helfen Menschen“ bedenken und dessen Mitgliedern stets freundlich und offen gegenübertreten.

Für die Musik sorgten in gewohnt besinnlicher bis feierlicher Weise die Chorgemeinschaft Gevelsberg unter der Leitung von Lars Berger und der Shanty-Chor vom Hagebölling, den Klaus Brack dirigierte.

Natürlich sangen zum Abschluss alle gemeinsam das Taubenväterlied – wie alle Jahre wieder.

Die Spendenempfänger

Jeweils 1000 Euro bekamen: Die 14 Kindergärten in der Stadt Gevelsberg, Jugendzentrum Schulstraße, Evangelische Stiftung Loher Nocken, Kinderschutzbund, Ehepaar Bruzeck, Papua-Stiftung, Gevelsberger Tafel, Mädchenwohngruppe Weißenstein und die Kiss EN-Süd.

Jeweils 800 Euro bekamen: Feuerwehrjugend Gevelsberg, Drevermannstift Gevelsberg, Förderkreis Dorf am Hagebölling, Hospiz Emmaus, Weißer Ring Ennepetal, Förderschule Hiddinghausen, Hasencleverschule, Evangelische Stiftung Volmarstein Hans-Grünewald-Haus, Diakonie Gevelsberg, DRK Gevelsberg Jugendarbeit, Tierheim Strückerberg, Schutz- und Polizeihundeverein, Justus-Liebig-Klinik in Gießen, Missione Cattolica Italiana.

Jeweils 600 Euro bekamen: Selbsthilfe-Gruppe Psychisch Kranke in Schwerte, Gemeinsam gegen Gewalt, Blindenverein, der Mittagstisch, Prediger Barth, DLRG Gevelsberg Jugendschwimmausbildung, Großtagespflege Taka Tuka Land, Krabbelgruppe St. Engelbert, Mentor Leselernhelfer Gevelsberg, Lesefreunde Gevelsberg (Bücherei), Kindertheater Flick-Flack, Unsichtbar e.V., FC Gevelsberg-Vogelsang Jugendfußball, Pro Kid Herdecke, CVJM Gevelsberg,, Lila Damen Schwelm (Helios-Klinik), Lila Damen Gevelsberg (AWo-Seniorenheim), FSV Gevelsberg Mädchenfußball, Therapie- und Ponyhof Epona Schwelm, Gevelsberger Seniorenservice, Naturspielgruppe Bärenbude, Willkommensinitiative Gevelsberg, und die Tiernothilfe Katzenglück.

Dazu kommen noch 3297,70 Euro, mit denen die Taubenväter unterjährig in Vorleistung für hilfebedürftige Personen getreten sind, so dass der Verein „Menschen helfen Menschen“ am Ende 50297,70 Euro ausschüttete.

Polizeiwache: Landrat ausgebuht

Normalerweise haben sich die Taubenväter auf ihre Fahnen geschrieben, gänzlich unpolitisch unterwegs zu sein. Das hat während der Spendengala nicht funktioniert, denn sowohl Landrat Olaf Schade als auch Bürgermeister Claus Jacobi nutzen die Gala als Forum, um ihre Sichtweise zur geplanten Schließung der Gevelsberger Polizeiwache (wir berichteten) zu bewerben.

Der Verein hatte die beiden SPD-Politiker an getrennten Tischen untergebracht. Während Jacobi zuvor noch andere Termine wahrnahm, war Schade von Beginn an vor Ort und wurde vom 1. Vorsitzenden Volker Kraftscheck als erstes ans Mikrofon für ein paar Grußworte gebeten. „Buuuuh!“ hallte es aus dem Plenum. Der Landrat reagierte: „In meiner Position muss ich Entscheidungen treffen, die nun einmal getroffen werden müssen.“ Das gehe nicht gegen die Stadt Gevelsberg. Er müsse schauen, dass die Polizei dort sei, wo sie handlungsfähig sei. „Aber in erster Linie bin ich hier, um zu feiern.“

Unterschriftenliste angekündigt

Jacobi sprach den Landrat in seinem Grußwort später direkt an: „Toll, dass Du da bist, auch wenn Dir der Wind eisig ins Gesicht bläst. Du darfst die Wache nicht aus dem Herzen unserer Stadt reißen!“ Eigentlich, so der Bürgermeister, habe er nichts zur Wache sagen wollen, „weil ich mich heute Abend nicht noch mehr darüber ärgern möchte.“ Dann holte er aber doch aus, rief die Gevelsberger zur Geschlossenheit im Kampf um ihre Polizeiwache auf. „Wenn ich mit der Unterschriftenliste für den Erhalt der Wache komme, weiß ich, dass ich auf Euch zählen kann“, rief der Bürgermeister. Applaus brandete im Festsaal des Dorfs am Hagebölling auf.

Ob es mit den deutlichen Worten Claus Jacobis zusammenhing oder vom Landrat zeitlich von vornherein genau so geplant war, ist nicht bekannt, aber Olaf Schade verließ direkt nach der Rede Claus Jacobis den Saal.


Warmer Segen durch die Bundeswehr-Bigband in Gevelsberg

 

Big-Band der Bundeswehr in Gevelsberg Big-Band der Bundeswehr in Gevelsberg         Bild: Klaus Bröking

Big-Band der Bundeswehr in Gevelsberg Big-Band der Bundeswehr in Gevelsberg         Bild: Klaus Bröking

 

Gevelsberg.  Bild und Text Klaus Bröking

Insgesamt 22.000 Euro konnte die Sparkasse Gevelsberg/Wetter nach dem Konzert der Bigband der Bundeswehr an vier Organisationen verteilen.

Es war ein großartiges Konzert und es ist eine genauso großartige Summe für den guten Zweck zusammengekommen. 22 000 Euro verteilte die Sparkasse Wetter/Gevelsberg aus den Einnahmen des Gastspiels der Bigband der Bundeswehr. Mit 850 Zuschauern war die Halle West bis auf den letzten Platz ausverkauft. Da die Sparkasse die Kosten übernommen hat, kam das große Weihnachtsgeschenk für vier Organisationen zusammen.

Idee aus den Reihen der Lions

„Weil die Idee für das Gastspiel aus den Reihen der Lions gekommen ist, haben wir uns entschlossen, die beiden Fördervereine zu bedenken“, so Thomas Biermann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. Je 4000 Euro gingen an Harro Gehrke als Vertreter des Lions-Club Wetter und Bernd Sander für den Club Ennepe-Ruhr. Mit jeweils 7000 Euro gingen Christiane Düllmann und Tuija Minor vom Gevelsberger Hospiz Emmaus sowie Ursula Reschke und Ummahan Akbulat vom Mobilen Hospiz Wetter nach Hause.

Wahrer Geldsegen vor Weihnachten

Für beide Träger der Hospizarbeit ist es ein wahrer Geldsegen vor Weihnachten. Die Wetteraner finanzieren sich ausschließlich aus Spenden. „Wir werden zwar gefördert,“ so Christiane Düllmann, „aber es gibt für uns auch wichtige Bereiche, für die wir keine Mittel bekommen. Ich bin ganz sprachlos.“ Die Vertreterin des Hospiz Emmaus bedankte sich auch für den „wunderbaren Rahmen“, in dem die Benefiz-Veranstaltung stattgefunden habe. Sie sei selbst dabei gewesen – in Begleitung: „Ich habe Pastor Ulrich Bauer, den stellvertretenden Vorsitzenden unseres Hospizvereins, noch nie so swingen gesehen.“

Und das war nur eine der begeisterten Reaktionen auf den musikalischen Abend. „Wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen. Und das in einer Größenordnung, die ich bisher bei Veranstaltungen unserer Sparkasse noch nicht erlebt habe“, meinte Vorstandsvorsitzender Thomas Biermann.

Guter Ton auf allen Plätzen

Besonders die Frauen unter den Zuschauern seien „total begeistert von dem Frank Sinatra aus dem Münsterland“ gewesen. Gemeint war der Sänger Tom Gaebel, der an diesem Abend in Gevelsberg zum ersten Mal mit der Bigband der Bundeswehr zusammengearbeitet hat.

Lob gab es auch von der Bigband selbst für die Organisation. Die Musiker waren von der Akustik in der Sporthalle begeistert. „Ich glaube, der Ton war auf allen Plätzen gut“, so Biermann. Mehr als zufrieden waren die Band und ihre Begleiter auch von dem Essen, das für sie in der Kantine des Schulzentrum West gezaubert wurde: „Es war ein richtiges Menü. Sie hatten uns aber schon im Vorfeld wissen lassen, dass sie nicht bei jedem ihrer Konzerte nur Mettbrötchen essen wollten.“ Was irgendwie verständlich ist.

Zwei Tage lang Stühle geschleppt

Viele, so Biermann, hätten schon kurz nachdem der letzte Ton verklungen war gefragt, wann das nächste Konzert einer solchen Größenordnung von der Sparkasse veranstaltet wird. Seine Antwort: „In den nächsten zehn Jahren mit mir nicht.“ Es sei nämlich eine Kraftanstrengung gewesen. Manchmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes: „Die Auszubildenden der Sparkasse haben zwei Tage lang nur Stühle in die Halle geschleppt. Und besonders muss ich mich bei unserer Marketingleiterin Antje Simon-Behr bedanken, die die Organisation übernommen hat.“

Am Ende waren alle so zufrieden, dass das Transportunternehmen Jörg Führing, das die Aufbauhelfer gestellt hat, die Hälfte des Rechnungsbetrags an das Hospiz stiften will. „Auch ein Besucher hat spontan erklärt, 250 Euro zu überweisen“, so Biermann. Die Welt wird durch Musik eben doch besser.


Einen Weg aus der Trauer finden

Sascha Hiby, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Gut Glut mit seinem Sohn Fynn und die Geschäftsführerin Tuija Minor. Hiby überreichte im Auftrag des Vereins Gut Glut eine Spende von 2500 Euro an das Hospiz Emmaus.

Foto: Laura Dicke

Sascha Hiby, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Gut Glut mit seinem Sohn Fynn und die Geschäftsführerin Tuija Minor. Hiby überreichte im Auftrag des Vereins Gut Glut eine Spende von 2500 Euro an das Hospiz Emmaus. Foto: Laura Dicke

 

Gevelsberg Bild und Text Laura Dicke

Tag der offenen Tür im Hospiz Emmaus informiert über Angebote

Jeder Mensch verdient eine grundlegende Gesundheitsversorgung und diese schließt auch Hospiz- und Palliativangebote mit ein. Vielen sind allerdings die Angebote des Hospizes nicht bekannt und es ist ihnen auch nicht bewusst, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Der Welthospiztag am 14. Oktober ruft daher dazu auf, das Thema in die Diskussion und damit in die Öffentlichkeit zu bringen. Auch das Hospiz Emmaus nahm mit einem Tag der offenen Tür an dem Aktionstag teil.

 

Bewegendes Interview

Begleitung von Sterbenden und deren Angehörige, Trauerarbeit: So unangenehm die Arbeit des Hospiz’ Emmaus auch scheint, ein Ort der Bitterkeit ist es nicht. Vielmehr geht es darum, die letzten Lebensjahre mit Spaß und Freude zu verschönern und den Menschen zu helfen, die Trauer zu bewältigen. Den Wert einer solchen Arbeit konnten die Besucher hautnah mitfühlen, denn Stefan Scherer, Redaktionsleiter dieser Zeitung, führte am Tag der offenen Tür ein Live-Interview mit einer betroffenen Angehörigen, die von ihrem Weg aus der Trauer dank der Hilfe des Hospiz Emmaus berichtete.

Silvia Seifert verlor vor genau drei Jahren ihren Mann durch ein Glioblastom, einen bösartigen Tumor im Gehirn. „Vor der Diagnose hatten wir ein glückliches Leben. Wir waren 36 Jahre verheiratet und haben drei Kinder“, berichtete Silvia Seifert. Die Diagnose kam plötzlich und veränderte das Leben der Familie schlagartig, denn eine Heilung schlossen die Ärzte von Beginn an aus. Ganze vier Jahre und vier Monate lebte ihr Mann noch mit der Krankheit, bevor er dieser erlag. Ein Arzt empfahl Silvia Seifert das Hospiz Emmaus und schnell fand sie dort Hilfe mit ihrer Trauer umzugehen. „Die neutralen Gespräche und die Gespräche im Trauercafé haben mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin. Hier haben alle dasselbe erlebt“, erzählte sie. Beim Hospiz und im Kontakt mit anderen Betroffenen fand sie den Mut, aus der Spirale der Trauer auszubrechen.

Heute kann sie sagen, dass sie wieder glücklich ist, auch, weil sie einen neuen Lebenspartner gefunden hat, der ein ähnliches Schicksal erlebte. „Ich möchte dem Hospiz Emmaus Danke sagen und die Menschen sollen nicht denken, dass das Hospiz einen runterzieht. Es bringt dich weiter“, so Silvia Seifert.

 

Auf Spenden angewiesen

Doch die Arbeit des Hospizes ist aufwendig. Darum ist es auch stetig auf Spenden angewiesen. Pünktlich zum Welthospiztag freute sich Geschäftsführerin Tuija Minor über eine großzügige Spende von 2500 Euro durch den Verein Gut Glut aus Gevelsberg, die am Samstag von dem stellvertretenden Vorsitzenden Sascha Hiby überreicht wurde. Der Verein Gut Glut sammelt jährlich Gelder durch Feiern und andere Aktivitäten und spendet den Erlös an Einrichtungen und Institutionen für Kinder und älteren Menschen. So kann die Arbeit im Hospiz Emmaus mit den mittlerweile 61 Ehrenamtlichen noch besser unterstützt werden, zum Beispiel um die Kindertrauergruppe, welche einem immer größeren Zulauf erfährt, mit Materialien zu versorgen.

Zudem nutzte das Hospiz Emmaus den Tag der offenen Tür, um auf die Arbeit im Ehrenamt aufmerksam zu machen. „Wir suchen zurzeit neue Ehrenamtliche, die sich ausbilden lassen wollen“, erzählte Tuija Minor. Der nächste Grundkurs für die Ausbildung zur Sterbebegleitung beginnt im Januar 2018. Im Anschluss an den Grundkurs kann man sich auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen spezialisieren. Auch die Trauerarbeit benötigt eine Spezialisierung.

INFO:

Interessenten können sich im Hospizbüro unter 02332/ 61021 oder unter der E-Mail-Adresse info@hospiz-emmaus.de melden.

Weitere Informationen zum Hospiz Emmaus gibt es im Internet auf der Seite www.hospiz-emmaus.de

 


Gedanken zur Ökumene anlässlich des Welthospiztages am 14.10.2017 von Pastor Bauer

Ökumenekreuz

500 Jahre Reformation, das heißt Erinnern an ein leidenschaftliches Ringen um das rechte Leben als Christen, das damals zur Trennung der Christen geführt hat. Das was damals zur Trennung geführt hat, das Suchen und Fragen nach dem was Christsein ausmacht, hat die Christen auf einen Weg geführt, der sie wieder zusammenbringt. "Es wächst wieder zusammen, was zusammengehört."

 

Ökumenisches, gemeinsames Handeln als Christen in der Welt, ist zu einem Zeichen der Glaubwürdigkeit geworden.

 

Im September dieses Jahres wurde bei einem feierlichen Gottesdienst auf dem ökumenischen Fest in Bochum unter dem Titel "Wie im Himmel so auf Erden" sechs Einrichtungen aus dem Ruhrgebiet das Ökumenekreuz überreicht.

Es ist ein zeichen der Anerkennung für das gemeinsame Handeln und Helfen von Christen aus getrennten Kirchen, ein Tun das Trennung überwindet und zusammenführt- nicht nur die getrennten Christen sondern auch alles, was die Menschen in der Welt voneinander trennt und im Helfen zusammenbringt. Unser ökumenisches Hospiz war eine dieser sechs Gruppen.

 

Das ökumenische Kreuz zeigt drei Dimensionen des Denken und Handelns: Oben und unten, rechts und links, vorne und hinten. Es verbindet Himmel und Erde, es umfasst die Welt in allen Längen und Breiten.

Christliches Handeln geschieht aus der Mitte des Kreuzes und zielt auf alle Menschen, die in irgendeiner Weise das Kreuz des Lebens zu spüren bekommen und die wir damit nicht alleine lassen wollen.

Maßstab des Handelns ist Christus, Jesus selber. Darum zielt es nicht nur auf Christen sondern auf alle Menschen in Not.

 

So etwa könnte das Ökumenekreuz verstanden werden.

So etwa könnte das Ökumenekreuz auch missverstanden werden;

weil es so in Gefahr ist, wieder eindimensional zu werden: Wir sind für die anderen da.

Wir helfen den anderen. Die anderen sind Empfänger unserer Zuwendung, fast so etwas wie Bittsteller dort und die guten Helfer hier.

 

Ökumene, gerade in all ihren Dimensionen, ist auch eine empfangende Ökumene, eine die hinhört auf das, Menschen vor uns und hinter uns erwarten, was die neben uns sagen, links und rechts, was auch immer bedeutet: welche Not sie bewegt, welche Sorgen sie umtreibt, was sie trennt in Reiche und Arme, in Starke und Schwache, in Menschen mit einem Zuhause und ohne Heimat, in Menschen mit Vertrauen und in Menschen mit Angst.

 

Es sind Menschen, die uns nach unserem Christsein fragen und es in Frage stellen, die unsere Stärken anerkennen und auch die, die uns auf unsere Schwächen hinweisen, die uns so helfen unsere Berufung als Christen auch aus dem Blickwinkel der Welt zu sehen, damit es wirklich christliches Handeln in der Welt ist.

 

Christliche Ökumene ist nicht nur eine gebende sondern auch eine nehmende Ökumene, eine die in die Welt hineinspricht aber zuerst auf die Welt hört, damit sie nicht an den Menschen vorbei redet und handelt.

 

Der Stamm im Gruppenraum unseres Hospizes, mit dem toten Holz und dem farbigen Innenleben, mit dem Telegrafenstangen zum Hören und Senden, steht für dieses lebendige Miteinander.

 

Auf diese Weise lebt christliche Ökuemene dann auch die andere Dimension, die von oben nach unten; denn auf die Menschen zu hören, ist auch ein Hinhören auf Gott, der durch diese Menschen spricht und auf die Fragen der Menschen antworten will. Und es ist unser gemeinsames Fragen nach Gott, wie er die Welt sieht und durch uns in der Welt sein will.

 

Dreidimensionale Ökumene ist Geben und Nehmen, ist Hören und Antworten auf die Menschen und auf Gott.

Es ist Bemühen, dass der Wille Gottes geschieht, wie im Himmel so auf Erden.

 

Hospiz in Gevelsberg ist Helfer in schwersten Zeiten

Tuija Minor ist seit dem Frühjahr Geschäftsführerin des Ökumenischen Hospiz’ Emmaus, das aus Gevelsberg für den gesamten südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis zuständig ist.
Tuija Minor ist seit dem Frühjahr Geschäftsführerin des Ökumenischen Hospiz’ Emmaus, das aus Gevelsberg für den gesamten südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis zuständig ist. 
Foto: Stefan Scherer

 

Gevelsberg. Bild und Text Stefan Scherer

Das Ökumenische Hospiz Emmaus öffnet am Samstag, 14. Oktober, seine Türen. Institution wächst stetig in einem rasanten Tempo.   

Kaum eine andere Institution hat sich während der vergangenen Jahre derart weiterentwickelt und ist stetig so gewachsen wie das Ökumenische Hospiz Emmaus, das von Gevelsberg aus den gesamten südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis bedient. Auf den Neubau an der Hagener Straße folgte die Einrichtung des ambulanten Kinderhospizdienstes. Zwischendurch mussten die Mitarbeiter den Tod von Mitbegründerin Helga Grams verkraften, und seit dem Frühjahr hat das Hospiz mit Tuija Minor erstmals eine hauptamtliche Geschäftsführerin.

Die Arbeit war immer intensiver geworden. Nicht zuletzt auch durch die Gründung des Kinderhospizes hatten die Verwaltungsaufgaben derart zugenommen, dass sie für die beiden Koordinatorinnen Christiane Düllmann (Erwachsenenhospiz) und Michaela Pesenacker (Kinderhospiz) nicht mehr zu bewältigen war, ohne dass sie ihre Kernaufgaben hätten vernachlässigen müssen. Die Krankenpflegerin, Mutter und studierte Pflegemanagerin Tuija Minor ist seitdem für die Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkpflege und den Kontakt zu den Kooperationspartnern zuständig. Ebenso kümmert sie sich um die Finanzen, die Kommunikation, die Abrechnung mit den Kostenträgern sowie die Betreuung der Vereinsmitglieder.

Spenden und Ehrenamtliche

Eines hat sie von der ersten Sekunde an verinnerlicht: „Es geht um das Leben und nicht um den Tod“, sagt sie, als sie erzählt, dass mittlerweile 61 Ehrenamtliche im Hospizdienst tätig sind, dass vor allem die Trauerarbeit in diesem Bereich einen großen Teil einnimmt, und dass der Weg noch lange nicht zu Ende gegangen ist, weil das Hospiz sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern auf ehrenamtliche Mitarbeiter und Spenden angewiesen ist. Schließlich sind mit dem Wachstum auch personelle und finanzielle Aufwendungen gestiegen.

Daher nimmt das Ökumenische Hospiz Emmaus am Samstag, 14. Oktober, bereits zum zweiten Mal am Welthospiztag teil, um rund um sein Domizil an der Hagener Straße 339 die Werbetrommel in eigener Sache zu rühren. Von 11 bis 17 Uhr öffnet das Hospiz seine Türen, Beginn ist mit einer Andacht. Worum es wirklich geht und wie wichtig die Arbeit des Hospizdienstes ist, wird eine Betroffene, die ihren Ehemann verloren hat, in einem Live-Interview erzählen. „Aus der Sterbe- wurde eine Trauerbegleitung und sie hat auch gelernt, dass es ein Leben nach der Trauer gibt“, sagt Christiane Düllmann.

Zudem wird es viele Informationen beispielsweise zu den Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, Aromatherapie und natürlich zur eigentlichen Arbeit des Hospiz’ Emmaus geben. Für ein kunterbuntes Kinderprogramm wird ebenso gesorgt sein wie für Kaffee, Waffeln und Popcorn. Außerdem wird die Buchhandlung Appelt einen Büchertisch aufbauen und die Band „Blues and more with Paul and friends“ für Unterhaltung sorgen.

 

 

 

 

 

Große Auszeichnung für Hospiz

 

Noch läuft die Suche nach dem richtigen Platz, schließlich ist diese hohen Auszeichnung für das Ökumenische Hospiz Emmaus nichts Selbstverständliches. Denn das schwere dreidimensionale Christuskreuz, das die 1. Vorsitzende, Pfarrerin Anne Braun-Schmitt, und ihr Stellvertreter Pastor Ulrich Bauer nun im Rahmen des Ökumene-Festes in Bochum überreicht bekamen, zeigt, dass der anfangs oft beschwerliche Weg, die Fahne der Ökumene hochzuhalten, stets richtig war und nun die entsprechend große Anerkennung findet.

Schwierigkeiten zu Beginn

Ulrich Bauer erinnert sich: „Schon mein Vorgänger Pastor Heinz Symann hat sehr stark ökumenisch gearbeitet. Das kam nicht überall im Bistum gut an.“ Als Bauer das Hospiz im Jahr 1993 mitbegründete, stellte sich für das gesamte Team nie die Frage, ob die Einrichtung eine rein katholische sein sollte. Von Beginn an sind die Haupt- und Ehrenamtlichen sowie der Vorstand stets ökumenisch besetzt. Seit dem Jahr 2008 findet sich die konfessionsverbindende Arbeit auch im offiziellen Namen des Hospizdienstes wieder. „Das christliche Menschenbild gibt einem die Freiheit, mit jedem zu arbeiten“, sagt Ulrich Bauer.

Die Begleitung erfolge vollkommen unabhängig von Konfession und Religion. Wem die Kirche nichts bedeutet, der müsse auch nicht bekehrt werden. „Wir sind kein Missionarsverein, aber die Leute sollen wissen, wen sie sich ins Haus holen“, fasst Pastor Bauer zusammen.

All dies sind die Gründe dafür, dass dem ökumenische Hospiz Emmaus nun im Bergbaumuseum diese hohe Ehre zuteil wurde. Und ein würdiges Plätzchen für das dreidimensionale Kreuz wird sich mit Sicherheit finden.


Trauerbegleitung im Ökumenischen Hospiz Emmaus Wenn Kinder trauern- 16 qualifizierte Trauerbegleiter unterstützen den Kinder- und Jugendhospizdienst

Für Kinder ist es wichtig, dass sie bei ihrer Begegnung mit den Themen Tod und Sterben nicht alleine sind. In einem dreimonatigen Weiterbildungskurs der insgesamt 80 Stunden umfasste, wurden 16 Ehrenamtliche des ambulanten Hospizdienstes geschult. Die Ausbildung befähigt sie zur Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und deren Familien.

Unter der fachlichen Leitung des Diplom-Heilpädagogen Detlef Bongartz wurden die Mitarbeiter sowohl durch praxisgerechte Fallbeispiele und Rollenspiele als auch durch die persönliche Auseinandersetzung mit Trauer- und Abschiedssituationen, auf das Thema vorbereitet.

Detlef Bongartz, der als Familientrauerbegleiter tätig ist, gab praktische Verhaltenstipps und beleuchtete Methoden und Rituale die als Unterstützung in der Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher Anwendung finden können.

"Da wir untereinander durch unseren Zusammenhalt in der Ehrenamtlichengruppe einen sehr vertrauensvollen Umgang miteinander haben, fiel es uns ´leicht, uns auch auf heikle Situationen gedanklich gut einlassen zu können," freut sich die Teilnehmerin Hiltrud Schmidt-Höschen über die sehr intensive und positiv gelaufene Qualifizierungsmaßnahme.

Dem Hospizdienst steht jetzt ein gut gerüstetes Team aus Ehrenamtlichen zur Verfügung, das ab kommendem Montag, 4.September 2017, wieder in zwei neuen Trauergruppen trauernden Kindern (8-12 Jahre) und Jugendlichen (ab 13 Jahren) unterstützend zur Seite stehen wird.

Am 4.September um 16.30 Uhr findet in den Räumen des Ökumenischen Hospiz, Hagener Straße 339 in Gevelsberg, ein erster Informationstermin für Kinder und Eltern zusammen statt. Ohne die Eltern werden dann regelmäßige Termine in den Gruppen stattfinden.

Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst des Ökumenischen Hospiz Emmaus betreut seit 2015 intensiv schwerstkranke und sterbende Kinder und Jugendliche in ihrem häuslichen Umfeld, im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen. die Arbeit wird durch den engagierten Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter getragen. Die Trauerarbeit bei Kindern und Jugendlichen, die einen Verlust erlebt haben, ist der weitere wesentliche Unterstützungsauftrag des Dienstes.

 


Rotary Club gevelsberg unterstützt uns mit einer spende

Am 29.06.2017 war das Hospiz ins Restaurant Fritz am Brunnen eingeladen. Hier fand die Amtsübergabe des alten an den neuen Präsidenten des Rotary Clubs Gevelsberg statt. In diesem Zusammenhang organisierte der Club im Vorfeld eine Presseinformation, zu der alle Institutionen eingeladen waren die in diesem Jahr für ihr soziales Engagement mit den unterschiedlichsten Projekten mit großzügigen Spenden von Rotary  bedacht wurden. Unser Hospiz erhielt eine Unterstützung von 2.300 Euro, die dafür bestimmt war eine junge Witwe und ihren kleinen Sohn bei der Bezahlung der Beerdigungskosten zu helfen.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Thema, das am Herzen liegt

„Wir wollen nicht nur in unserer Schule etwas bewirken, sondern auch außerhalb helfen. Hierbei war es uns von Anfang an wichtig, ein lokales Projekt zu unterstützen“, erklärt Elftklässlerin Annika Wegen, Leiterin der achtköpfigen Finanzierungsgruppe der gymnasialen Schülervertretung.

Auf die Arbeit des Kinderhospizes war man durch Lehrerin Helga Bockel aufmerksam geworden, die die Schülern damit konfrontierte, dass lebensverkürzende Erkrankungen längst nicht nur alte Menschen betreffen, sondern eben auch Kinder und Jugendliche betreffen und dass es vor einigen Jahren auch am Gymnasium eine tödlich erkrankte Schülerin gegeben habe.

2 500 Lose bestellt

„Ein Thema, das uns sehr am Herzen liegt, zumal es nicht ganz alltäglich ist, aber immer häufiger aufkommt“, erklärt Annika Wegen. „Außerdem haben wir uns im Religionsunterricht intensiv mit diesem Thema befasst“, ergänzt Projektmitstreiterin Hanna Schröder und hofft nun, für den guten Zweck möglichst viele Tombolalose verkaufen zu können.

2 500 Lose hat man bestellt. Für einen Euro können die Gäste des Schulfests Gutes tun und zugleich etwas gewinnen. Das engagierte Schulteam hat innerhalb der vergangenen Wochen bei vielen lokalen Sponsoren angefragt und fleißig Sachpreise akquiriert. Nach wie vor besteht hier Bedarf an Sachspenden, um die Aktion noch attraktiver zu machen.

Besonderes Engagement

„Es ist ganz besonders schön, dass hier junge Menschen etwas für junge Menschen tun“, freut sich Kinderhospizkoordinatorin Michaela Pesenacker über das vorbildliche Engagement der Gymnasiasten und hofft zugleich, dass die Aktion das Thema Kinderhospiz in den Fokus der Öffentlichkeit rückt und in Zukunft möglichst noch offener thematisieren möge. Um dies zu erreichen und auch den Nachwuchs zu sensibilisieren, besuchen die Emmaus-Mitarbeiter immer wieder auch Schulen und Kindergärten.

Vom Erlös der Schultombola werden die aktuell 13 durch das Hospiz betreuten Kinder und Jugendliche profitieren und eine willkommene Abwechslung erleben dürfen. Die finanzielle Unterstützung dieser Familien – darunter auch Kinder, deren Elternteile schwer erkrankt sind – sieht die Erfüllung besonderer Wünsche, Sachgeschenke oder Tagesausflüge vor. Um dies zu finanzieren, ist der gemeinnützige Verein stets auf Spenden angewiesen. „Durch die Krankenkassen werden nur die Ausflugskosten für die erkrankten Kinder selbst refinanziert, nicht aber die Begleitung von Eltern und Geschwistern“, erklärt Pesenacker.

 


Vor der Patientenverfügung gut beraten lassen

 

Eine Patientenverfügung sollte man zu Hause aufbewahren, eine Kopie bei einer Vertrauensperson hinterlegen und einen Zettel mit dem Hinweis, wo die Verfügung zu finden ist, sollte man immer bei sich tragen. Diesen Rat gab der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel den gut 40 Besuchern seines Vortrages, zu dem das Hospiz Emmaus in seine Räume in Vogelsang eingeladen hatte.

Pfarrerin Anne Braun-Schmitt (links) begrüßte die Besucher zum Vortrag von René Röspel zum Thema „Patientenverfügung". In der ersten Reihe (2. von rechts) die neue Hospiz-Geschäftsführerin Tuija Minor.Röspel, der Mitglied der Ethik-Kommission des Bundestages war, berichtete, wie das entsprechende Gesetz vor acht Jahren entstanden ist und wieviel Diskussionen es davor gegeben hat. „Deutschland war zuvor ein Entwicklungsland in Sachen Hospiz und Schmerztherapie", sagte der Abgeordnete. Vieles habe sich seitdem verbessert: Seit 2007 gibt es eine ambulante Palliativ-Versorgung, seit 2013 ist Schmerztherapie zum Pflicht- und Prüfungsfach in der Medizin-Ausbildung geworden und 2015 sei der Eigenanteil für die Unterhaltung eines Hospizes auf fünf Prozent gesenkt worden. „Für den Patienten übernimmt die Krankenkasse die Kosten", so Röspel.

Röspel riet dazu, immer eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht zu verfassen: „Mit der Patientenverfügung legt man fest, mit welchen medizinischen Behandlungen man nicht einverstanden ist. Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt man eine Person, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen." Allerdings reiche es nicht, Begriffe wie „keine lebensverlängernden Behandlungen" aufzuschreiben, es müssten konkrete Erkrankungen und konkrete Behandlungsmethoden genannt werden. Es sei deshalb unumgänglich, vorher ein „qualifiziertes Beratungsgespräch" zum Beispiel mit einem Arzt zu führen oder auch die Beratung von Emmaus aufzusuchen.

Es sei nicht nötig, die Verfügung bei einem Notar zu hinterlegen, antwortete Röspel auf eine entsprechende Frage. Er riet aber dazu, das Papier etwa alle zwei Jahre kritisch zu überprüfen und entweder mit aktuellem Datum noch einmal zu unterschreiben oder neu zu verfassen. „Werfen Sie dann aber die alte Verfügung nicht einfach weg, sondern streichen Sie sie durch und unterschreiben das, wenn sie ungültig sein soll."

Pfarrerin Anne Braun-Schmitt zog aus der Diskussion den Schluss: „Das alles ist auch eine Aufforderung, sich mit seinen Nächsten rechtzeitig abzusprechen."

René Röspel ist gern bereit, bei Organisationen seinen Vortrag über „Patientenverfügung" zu halten. Interessierte wenden sich an sein Wahlkreisbüro in Hagen, Telefon 02332/ 919458.


Informationen gibt es natürlich auch gerne im Hospiz zu unseren Terminen zur Patientenverfügung.


       

Quartiers-Projekt    

Trauerbänke laden auf Gevelsberger Friedhof zum Gespräch ein

Klaus Bröking

   
„Geboren, um zu leben“ von Unheilig und „Das Leben ist schön“ von Sarah Connor singt der Chor der Hasenclever-Schule bei der Übergabe der ersten Trauerbank.

Foto: Klaus Bröking

„Geboren, um zu leben“ von Unheilig und „Das Leben ist schön“ von Sarah Connor singt der Chor der Hasenclever-Schule bei der Übergabe der ersten Trauerbank.

 

Gevelsberg.   Eine Trauerbegleiterin vom Gevelsberger Hospiz wartet auf dem Friedhof, um Hinterbliebenen, die einen Menschen verloren haben, einfach zuzuhören.   

Eigentlich ist ein Friedhof ein Ort der Stille. Das soll sich auf der Städtischen Einrichtung an der Berchemallee auch nicht grundsätzlich ändern. Und doch wurde dort ein Ort für Gespräche geschaffen.

Nicht zu übersehende Trauerbänke stehen dort geschützt von einem Unterstand aus Holz auf einer Wiese direkt neben den Gräbern. Wer Trost sucht oder Hilfe braucht, kann dort das Gespräch finden. Einmal in der Woche wird dort eine professionell ausgebildete Trauerbegleiterin des Hospizes Emmaus zu treffen sein. Außerdem werden in dieser Zeit Mädchen und Jungen von der Hasenclever-Straße ihre Hilfe bei der Grabpflege anbieten. Sie können Wasser für die Bepflanzung der Gräber holen oder Blumen tragen.

Von Beate Böhmke gestaltet

Monika Dammin vom Quartiers-Projekt Gevelsberger Südstadt der Arbeiterwohlfahrt (AWo) hatte zusammen mit dem Hospiz Emmaus das Konzept für die Trauerbänke entwickelt. Hier soll auch derjenige Hilfe erhalten, der Berührungsängste hat und nicht über seinen Schatten springen kann und zum Beispiel im Hospiz an der Hagener Straße nach Hilfe fragen will. Die Dortmunder Künstlerin mit Gevelsberger Wurzeln, Beate Böhmke, hat die Trauerbänke gestaltet, anspruchsvoll, aber nicht in Trauerfarben. Sie fallen auf, weil sie bunt sind. Grelle Farben fangen die Blicke ein und verleiten dazu, sich mit den eigentlichen Motiven auseinanderzusetzen, die an die Höhlenmalerei erinnern.

Als Trauerberaterin kommt Erika Bühne 

„Ein Mensch wird da sein, um zuzuhören“, verspricht Pfarrerin Anne Braun-Schmitt, Vorsitzende des Hospizvereins bei der Übergabe der Bänke an die Öffentlichkeit. Dieser Mensch wird die Trauerberaterin Erika Bühne sein, die ab dem 7. Juni immer mittwochs zwischen 14 und 15.30 Uhr auf der Bank unter dem Unterstand zu finden ist, den die Technischen Betriebe der Stadt zu dem Projekt zugesteuert haben. Wenn es wieder kälter wird, kann Erika Bühne in einen Raum in der Trauerkapelle auf dem Friedhof umziehen und dort auf Gesprächspartner warten. Als Erika Bühne im Hospiz von den Plänen gehört hat, habe sie sich sofort bereit erklärt, die Aufgabe zu übernehmen, sagt sie.

Ein Ort, der Wärme ausstrahlt

„Geboren, um zu leben“ von Unheilig und „Das Leben ist schön“ von Sarah Connor sang der Chor der Hasenclever-Schule, die eine Patenschaft mit dem Quartiers-Projekt eingegangen ist, bei der kleinen Feierstunde. Und das sind zwei Lieder, die genau passten, als die Künstlerin Beate Böhmke und Bürgermeister Claus Jacobi die Bank enthüllten. Jacobi sprach von einem sehr anrührenden Moment, von einen Ort der auffällt und gleichzeitig Wärme ausstrahle: „Es ist eine echte Bereicherung für unseren Friedhof.“ Und den Mädchen und Jungen von der Hasenclever-Schule dankte er, „weil ihr gezeigt habt, dass Trauer nicht nur ein Thema für ältere Menschen ist.“

Anderthalb Jahre Vorbereitungen

Quartiersmanagerin Monika Dammin bedankte sich bei allen, die sie bei der Realisierung des Projektes unterstützt haben. Anderthalb Jahre habe es von der Idee über die Planung bis zur Fertigstellung gedauert. Eine niederschwellige Trauerberatung vor Ort zu schaffen, sei nur in enger Zusammenarbeit mit dem Hospiz Emmaus möglich gewesen.


Tuija Minor verstärkt als neue Geschäftsführerin das hauptamtliche Team des ökumenischen Hospizes Emmaus.

Die Arbeit des Hospizes ist in den letzten Monaten und Jahren nicht nur durch den Aufbau einer Kinder- und Jugendhospizdienstes immer intensiver geworden. Auch andere Aufgaben z.B. in der Verwaltung haben sich verdichtet. Vieles, was bisher ehrenamtlich erledigt wurde, ist so heute nicht mehr zu bewältigen. Auch die Koordinatorinnen und die Verwaltungskraft im Hospiz mussten entlastet werden, so dass sich der Vorstand des Hopizvereines dazu entschlossen hat, eine hauptamtliche Geschäftsführung einzustellen.

Tuija Minor wird die Geschäftsarbeit steuern

Nun arbeitet Frau Tuija Minor mit einer halben Stelle als Geschäftsführerin im Hospiz Emmaus. Zu ihren Aufgabenbereichen zählen die Öffentlichkeitsarbeit, die Netzwerkpflege und der Kontakt zu den Kooperationspartnern. Ebenso wird sie sich um das Finanzwesen des Vereins und auch um die Kommunikation und die Abrechnung mit den Kostenträgern kümmern. Darüber hinaus wird sie sich auch um die Betreuung der Mitglieder des Hospizvereins kümmern. Frau Minor wird sowohl als Assistenz des Vorstandes die Vorsitzenden unterstützen und sie in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit entlasten, als auch die täglich anfallende Geschäftsarbeit des Hospizes steuern.

Krankenpflegerin, Mutter und studierte Pflegemanagerin

Tuija Minor ist 32 Jahre alt und Mutter eines 16 Monate alten Sohnes.
Die Wahl-Gevelsbergerin hat im Jahr 2007 ihr Examen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Erfolg abgelegt und danach auf einer internistischen Station mit kardiologischem Schwerpunkt in einer Akutklinik im EN-Kreis gearbeitet. Kurze Zeit nach der Ausbildung kam der Wunsch auf, innerhalb des Krankenhausalltages die Arbeitsbedingungen für das Personal und die Versorgungssituation der Patienten aktiv mitgestalten zu können und so positive Veränderungen für alle hervorzurufen.
Sie schaute sich nach Möglichkeiten der Weiterbildung um und begann kurz darauf das Studium „Bachelor Pflege“ an der ev. Fachhochschule Bochum RWL. Während ihrer Studienzeit arbeitete sie weiterhin im Krankenhaus, da ihr der Kontakt zur Praxis immer sehr wichtig war. Die Stipendiatin der Stiftung für berufliche Begabtenförderung absolvierte das Studium mit Erfolg und entschloss sich dann im Anschluss auch den Master an der Fachhochschule anzuschließen. Den „Master Management für sozialwirtschaftliche und diakonische Organisationen“ schloss Frau Minor im Sommer 2015 erfolgreich ab. Im Dezember 2015 kam ihr Sohn zur Welt und Frau Minor ging für 14 Monate in Elternzeit. „Als ich die Stellenausschreibung des Hospizes in der Zeitung las, wusste ich, dass die Position genau zu mir passt“, erzählt sie. Jetzt freut sie sich, das Hospizteam verstärken zu können und ist gespannt auf ihre neuen Aufgaben.


Markt der schönen Dinge - Kinder helfen Kindern

In der Kita St. Engelbert in Gevelsberg wird fleißig gebastelt. Die handgefertigten Dekorationen werden dann am „Markt der schönen Dinge“ verkauft und kommen dem Kinderhospiz Emmaus zugute. (Foto: Förderverein Kita St. Engelbert)

In der Kita St. Engelbert in Gevelsberg wird fleißig gebastelt. Die handgefertigten Dekorationen werden dann am „Markt der schönen Dinge“ verkauft und kommen dem Kinderhospiz Emmaus zugute. (Foto: Förderverein Kita St. Engelbert)

 

Gevelsberg. Zum zweiten Mal veranstaltet der Förderverein der Kita St. Engelbert in Gevelsberg einen „Markt der schönen Dinge“ zur Unterstützung des Kinderhospizes ­Emmaus in Gevelsberg. Nach dem Motto „Kinder helfen Kindern“ werden in diesem Jahr auch die Kindergartenkinder auf dem „Markt der schönen Dinge“ ihre selbst gebastelten Sachen verkaufen.
Gemeinsam helfen
Der Förderverein der Kita St. Engelbert in Gevelsberg möchte nicht nur den Kleinsten im Kindergarten einen guten Start ins Leben bieten, sondern hat es sich seit vergangenem Jahr zur Aufgabe gemacht, auch schwerstkranken Kindern und ihren Familien Unterstützung auf dem letzten Weg zu bieten.
Bereits seit vielen Jahren veranstaltet der Förderverein Basare zum Verkauf von ­Secondhandware wie Spielzeug oder Kleidung. Der Erlös dieser Basare war bislang nur zur Förderung der Kindergartenkinder bestimmt. Seit letztem Jahr möchte sich der Förderverein im Namen der Kindergartenkinder auch für die Kinder engagieren, die die Hilfe des Hospizes Emmaus in Gevelsberg benötigen, sodass beschlossen wurde, einen Teil der Erlöse dem Hospiz zukommen zu lassen.
Zusätzlich ist 2016 der „Markt der schönen Dinge“ ins Leben gerufen worden.
Selbstgemacht
Bei diesem Markt vermietet der Förderverein in den Gemeinderäumen der Kirche St. Engelbert Tische, auf denen alles angeboten werden kann, was für einen selbst schön ist. Im vergangenen Jahr waren die Veranstalter begeistert über die Vielzahl von selbst hergestellten Dingen, wie Genähtes, Gemaltes oder sonst wie kreativ Hergestelltes. Aber auch alte Dinge oder auch einfach nur schöne Sachen wurden angeboten.
In diesem Jahr möchten die Kindergartenkinder selbst einen Verkaufstisch bestücken und sind deshalb schon fleißig am Basteln und Bauen um diese Dinge für das Hospiz zu verkaufen. Der komplette Erlös aus der Tischmiete und einem Buffet geht bei diesem Basar an das Kinderhospiz Emmaus.
Termin
Stattfinden wird der „Markt der schönen Dinge“ am 4. Februar in der Zeit von 10 bis 16 Uhr in den Gemeinderäumen der Kirche St. Engelbert in der Rosendahler Straße 4-6 in Gevelsberg


Gruppenabend mit Dr. Ferya Banaz-Yasar

Mehr als 30 Ehrenamtliche freuten sich zu ihrer Gruppenstunde Frau Dr.Ferya Banaz-Yasar aus Duisburg begrüßen zu dürfen.

Frau Banaz-Yasar ist Mitglied des Beirates des Hospiz- und Palliativverbandes NRW für den Schwerpunkt Interkulturelle Hospizarbeit. Eingeladen ins Hospiz wurde sie um über das Thema: "Sterbebegleitung bei Muslimen" zu referieren.

Die Biologin, die selbst einen Hospizbegleiterkurs absolviert hat, verschaffte den Anwesenden einen Blick auf die Glaubenshaltung der Muslime und welchen Einfluss diese in der Sterbebegleitung hat. Es entstand ein reger Austausch unter den Gästen des Vortrags, vieles wurde ihnen durch die anschauliche Präsentation von Frau Banaz-Yasar verständlicher.

Christiane Düllmann, Koordinatorin, und Pastor Bauer dankten Frau Banaz-Yasar im Anschluss mit einem großen Blumenstrauß und freuen sich, die Referentin auch in Zukunft in den Räumen des Hospizes als Gast empfangen zu dürfen.