Erster Hospiz-Schnupperkurs für Männer

04.01.2021

Das Hospiz Emmaus in Gevelsberg hat einen Schnupperkurs für männliche Sterbebegleiter durchgeführt. Warum das so wichtig ist.

„Wie oft sagt man sich, lebe jeden Tag so, als ob es der letzte wäre. Und am nächsten Morgen ist dieser Vorsatz schon wieder vergessen“, sagt Jürgen Krause und spricht dabei auch von sich selbst. Was ihn verändert hat, ist der Verlust seines Vaters, seine Zeit im ökumenischen Hospiz Emmaus und der Wunsch, sich zum ehrenamtlichenTrauer- und Sterbebegleiter ausbilden zu lassen: Weil er helfen will, weil es zu wenige Männer gibt und weil diese Erfahrung auch sein Leben bereichert.

In unserer Zeitung hat er gelesen, dass es im Hospiz 50 ehrenamtliche Sterbebegleiter gibt, aber nur fünf Männer. „Da besteht ein Bedarf“, habe er sich damals gedacht und zum Hörer gegriffen. Insgesamt waren es am Ende zehn Interessierte, die sich für den Schnupperkurs für Männer gemeldet haben. Es war der erste dieser Art, aber garantiert nicht der letzte, da sind sich die Verantwortlichen im Hospiz sicher. „Diese Abende haben mir viel gebracht“, sagt Teilnehmer Volker Schmidt.

Die Gespräche, die Themen, die besondere Atmosphäre. Auch das Hospiz profitiert davon. Die meisten wollen sich nämlich weiter ehrenamtlich engagieren, „einige haben sich bereits für die nächste Qualifizierung angemeldet“, sagt Michaela Pesenacker, die immer auf der Suche nach personeller Verstärkung im Team ist.

Es besteht ein hoher Bedarf

Sie erzählt von den vielen Menschen, die im Ennepe-Ruhr-Kreis begleitet werden, vom hohen Bedarf, den unterschiedlichen Lebensgeschichten und Bedürfnissen. „Manch einer braucht einen Mann an seiner Seite“, erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin vom Hospiz Emmaus. „Das bedeutet nicht, dass Männer etwas besser machen“, betont Dirk Locatelli, sondern nur anders.

Er ist seit fünf Jahren ehrenamtlich im Hospiz-Team dabei, hat gemeinsam mit Georg Siegler durch die Abende geführt und weiß, dass es nicht immer nur ums Reden geht. „Manchmal reicht es einfach nur, ein Stück zusammen spazieren zu gehen und gemeinsam zu schweigen.“ Dirk Locatelli erzählt auch von seinem Vater und davon, was er gebraucht hätte. Männer kommunizieren anders, seien oft pragmatischer veranlagt und gehen anders mit Trauer um.

Auch bei Jürgen Krause war es der Tod des Vaters, der ihn zum Hospiz führte. Während seine Schwestern redeten, hat er oftmals nur die Hand gehalten. „Es war keine belastende Stille, es tat uns beiden gut.“ Er war auch dabei, als das Leben den Körper seines Vaters verließ. In diesem Augenblick hätten seine Augen gestrahlt, „da war keine Angst. Das hat auch mir die Angst genommen“, erzählt er. In dieser Zeit des Abschiednehmens habe er viel gelernt – vor allem über das Leben.

Bei Volker Schmidt waren es gleich mehrere Toderfälle im engen Umkreis. Der Tod eines engen Freundes erschütterte ihn besonders, was ihn letztlich dazu brachte, vieles zu überdenken. Und die Erkenntnis, wie viel es bewirken kann, einfach nur da zu sein. Er erzählt von der Mutter zweier Kinder, ihrem vestorbenen Mann und wie gut es den Kindern tut, sie ein paar Stunden abzulenken.

Er engagierte sich seit 14 Jahren im Jugendsport, jetzt möchte er im Hospiz mithelfen. Aber nicht als Trauer- und Sterbebegleiter, soweit sei er noch nicht. „Es gibt viele andere Möglichkeiten, um sich im Hospiz einzubringen“, weiß Michaela Pesenacker. Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen, Öffentlichkeitsaktionen, Fahrten zum Arzt oder zu Behörden, Kontakte herstellen, die Möglichkeit zu helfen sei vielfältig.

Voraussetzungen für die Aufgabe

Was man mitbringen muss, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein? „Wichtig ist die Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen“, sagt die Frau vom Hospiz. Dazu gehören auch emotionale Stabilität, Empathie und die Freude, sich immer wieder neu auf unterschiedliche Menschen einzulassen. Zudem hätten viele Ehrenamtliche eigene Verlusterlebnisse, die sie zur Hospizarbeit bringen, und die sie auch gestärkt hätten. Sie freut sich, dass das ehrenamtliche Team größer wird, wodurch auch das Angebot erweitert werden könne.

Noch individueller und persönlicher. „Die Trauer steht im Hospiz nicht im Mittelpunkt“, weiß Michaela Pesenacker. Es geht darum, die Zeit, mit Freude zu gestalten, besondere Erinnerungen zu schaffen. Für alle Beteiligten.

„Ich bin kein selbstloser Samariter“, sagt Jürgen Krause. „Mir bringt das was, hier mitzumachen.“ Er kann jedem nur empfehlen, sich mehr mit dem Thema auseinander zu setzen. Er weiß jetzt, dass „wenn es auf den Tod zugeht, es zu spät ist, Dinge zu regeln, die schief gelaufen sind. Dann geht es um andere Dinge, vieles spielt für den Sterbenden keine Rolle mehr. Man sollte als nichts aufschieben.“

Er hat erfahren, dass man in Würde sterben könne, dass es ein wunderbares Netzwerk im Ennepe-Ruhr-Kreis gebe, dass man nicht allein sein müsse, „und dass es nicht nur um Trauer geht“. Er freut sich auf die nächsten Treffen. Der erste Schnupperkurs ist zwar vorbei, die Gruppe wird aber weiter regelmäßig zusammenkommen, während der zweite Kurs bereits vorbereitet wird. Wieder nur für Männer.

(aus: Westfalenpost, 4.1.21)

 

Termine Stammtisch

Beginn 19 Uhr im Hospiz

Mittwoch, 24.02.2021

Mittwoch, 19.05.2021

Montag, 23.08.2021

Mittwoch, 17.11.2021


Wunschbaum 2020

Wunschbaum

 

Es sollte der 3. grüne Tag für die Kinder des Kinderhospizes werden.

Schon zweimal konnten wir die Kinder am Golfclub Gut Berge einen Nachmittag begrüßen

und mit Ihnen einen schönen Nachmittag verbringen. Golfen, Card fahren und reiten standen auf dem Plan. Danach noch ein leckeres Essen aus der Gastro.

Ja, so war es die letzten beiden Jahre.

Leider ist der grüne Tag dieses Jahr wegen COVID 19 ausgefallen.

Letztes Jahr ist es mir gelungen eine Spende für den Wünschebaum der Kinder zu Weihnachten zusammen zu bekommen.

Ich bin sehr froh, dass ich durch großzügige Spender auch dieses Jahr soviel Geld zusammen bekommen habe, um den Kindern ihren Weihnachtswunsch zu erfüllen.

Einen ganz besonderen Dank geht an die Herren vom Golf Herrentag, die sich hier wieder einmal sehr stark engagiert haben.

Leider darf ich dieses Jahr nicht dabei sein, wenn die Kinder ihre Geschenke bekommen.

Es war toll zu sehen, wie die Augen der Kinder zu leuchten anfingen, als sie ihre Geschenke ausgepackt haben.

 

Die Augen werden auch dieses Jahr leuchten und das ist das Wichtigste.

 

Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit im Kreis der Familie und bleibt gesund!

 

Meinolf Haarhaus

Präsident

Golfclub Gevelsberg/ Wetter e.V


Plätzchenaktion 2020

 

 

06.12.2020

Danke liebe PlätzchenbäckerInnnen!

Unsere traditionelle Plätzchenaktion fand in diesem Jahr am 21. November coronabedingt in den Räumen des Hospizes Emmaus statt.

Leider gab es keine Waffeln, keinen Kaffee, aber trotzdem kam das großartige Ergebnis von 2.332,50 € zusammen.

Sehr stolz sind wir darauf, dass wir in dieser schwierigen Zeit auch wieder so viele PlätzchenbäckerInnnen und Käufer gewinnen konnten.

Wir danken allen Helfern und Unterstützern, ohne die wir nicht so ein reichhaltiges Angebot hätten präsentieren können.

Wir wünschen Ihnen eine gemütliche Adventszeit mit lieben Grüßen vom Hospiz Emmaus

 

Bleiben Sie gesund!

(Annegret Kahle)


Auf Wiedersehen Christiane Düllmann

01.10.2020

Sieben Jahre lang prägte Christiane Düllmann die Arbeit im Hospiz Emmaus. Sie koordinierte die vielfältigen Aufgaben, nahm Anteil, spendete Trost und begleitete zahlreiche Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Für viele Menschen in Notsituationen war sie ein Geschenk. Ein enger persönlicher Kontakt sowohl zu den betroffenen Menschen als auch zu den Ehrenamtlichen waren ihr ein wichtiges Anliegen. Ihre offene, freundliche und ermutigende Art haben es ihr leicht gemacht in den Kontakt mit Menschen zu kommen. Für Christiane Düllmann ist die Hospizarbeit immer eine Herzensangelegenheit gewesen.

 

Nun hat sie sich aus dem Hospiz Emmaus verabschiedet. Wir wünschen ihr von Herzen alles Gute auf ihrem künftigen Lebensweg, viel Gesundheit für sich und ihre Familie.